Bechdel-Test: Geschlechterklischees im Filmgeschäft

Die Zeichnerin und Autorin Alison Bechdel führte 1985 Kriterien ein, über die bestimmt werden soll, ob ein Film sexistisch ist oder nicht. Es geht um die Bewertung der gängigen Plots des Mainstream-Films, nicht um die filmische oder emanzipatorische Qualität eines Films.

Der Test umfasst drei Kriterien:

1. Der Film muss mindestens zwei weibliche Charaktere enthalten, die auch einen Namen haben.
2. Die Frauen müssen ein Gespräch miteinander führen (ein kurzer Zuruf zählt nicht).
3. Das Gespräch darf sich nicht um einen Mann drehen.

Dazu noch:

Im neuen Welt-Mädchenbericht „#RewriteHerStory“ hat Plan International gemeinsam mit dem Geena Davis Institut die 56 umsatzstärksten Filme aus 2018 in insgesamt 20 Ländern auf Genderstereotype untersucht. Das Ergebnis: Schädliche Stereotype und Diskriminierung dominieren sowohl vor als auch hinter der Kamera. 

Keine einzige Frau hat bei den Top-Filmen Regie geführt und nur bei jedem zehnten Film war eine Frau am Drehbuch beteiligt. Männer reden doppelt so viel und haben auch doppelt so viele Rollen in den Filmen. Zahlenmäßig übertrumpfen Frauen die Männer nur in einem Punkt: Sie sind viermal so oft nackt und doppelt so häufig halbnackt zu sehen.

So vermitteln die Top-Filme von 2018 die Botschaft, dass Männer in Führungspositionen gehören und Frauen – selbst wenn sie als starke Persönlichkeiten gezeigt werden – meist Sexobjekte sind. 
aus: https://www.plan.de/presse/welt-maedchenbericht-2019-zu-frauenrollen-in-kinofilmen.html